Don’t think, feel.

Don’t think, feel…

Das sage ich mir seit über 20 Jahren. Und ich werde niemals damit aufhören.

Ich hatte das Glück, einer Kunstform zu begegnen, die mich so sehr in ihren Bann gezogen hat, dass es kein Entkommen mehr gab. Fotografie hat mich gefunden – und festgehalten.

Auch nach all den Jahren bin ich nicht weniger verliebt in sie. Nicht weniger ehrgeizig. Nicht weniger leidenschaftlich. Und vielleicht sogar noch neugieriger darauf, wohin sie mich führen wird.

Dennoch kenne ich, wie so viele Kreative, auch dieses lähmende Gefühl des Versagens. Dieses ständige Zweifeln. Das Gefühl der Unzulänglichkeit. In der Kunstwelt fühlt man sich damit oft frustriert – und allein.

Was ist also meine Lösung?

Mich daran zu erinnern, worum es eigentlich geht.

Nicht denken. Fühlen.

Tatsächlich musste ich mich wieder erinnern, als ich in meinem Archiv nach Bildern für ein Projekt suchte. Dabei stieß ich auf dieses Foto von Sophia.

Das Bild entstand 2010 bei einem Fotoshooting in Köln. Wir kannten uns vor dem Shooting nicht. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – lief alles erstaunlich leicht. Sophia stellte sich vor die Kamera, und ich musste im Grunde nur fotografieren.

Irgendwann fragte sie: „Was soll ich machen?“

Ich antwortete: „Nichts. Sei einfach hier.“

Nach dem Shooting fragte ich sie, wie sie es schaffe, so bei sich zu sein, so ruhig, so entspannt. Sie schaute mich an und sagte:

„Ich denke nicht nach. Ich höre in mich hinein und mache, was ich fühle. Dann habe ich gar nicht das Gefühl, etwas Großartiges zu machen.“

Beim Wiedersehen mit diesem Foto waren die Worte plötzlich wieder ganz präsent.

Danke, Sophia, dass du mich mit einem Bild und ein paar einfachen Worten erneut daran erinnert hast, was wirklich zählt.

Nicht denken.

Fühlen.

Porträt einer Frau mit Wintermütze und Schal
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