Wenn Technik und Kreativität zusammenkommen

Anfang des Jahres bekam ich eine Anfrage vom Institut für Tanz und Bewegungskultur der Sporthochschule Köln. Ich wurde gefragt, ob ich eine Tanzaufführung fotografieren könnte. Zu Gast war die UCSB Dance Company aus den USA.

Ich kannte weder die Räumlichkeiten noch wusste ich, was mich dort erwarten würde. Trotzdem habe ich zugesagt.

Mittlerweile habe ich schon so viele Shootings erlebt, bei denen unvorhersehbare Dinge passiert sind und ich spontan reagieren musste. Irgendwann denkt man sich: Was soll eigentlich noch passieren, das man nicht irgendwie professionell gelöst bekommt?

An diesem Tag wurde ich allerdings eines Besseren belehrt.

Als der Tag der Aufführung kam, bekam ich im Saal einen festen Platz direkt vor der Bühne zugewiesen.

Schon nach wenigen Minuten war mir klar: Dort werde ich nicht lange bleiben. Eine Tanzaufführung lebt von Bewegung, Dynamik und Emotionen. Wenn ich die ganze Zeit nur aus einer Perspektive fotografiere, erzähle ich nur einen kleinen Teil der Geschichte.

Zum Glück bekam ich die Freigabe, mich während der gesamten Aufführung unauffällig vor der Bühne zu bewegen. Genau das brauche ich, um die Momente einzufangen, die man nicht planen kann.

Dann kam die eigentliche Herausforderung.

Nicht selten werden auf Bühnen LED-Leuchten eingesetzt, die nicht flimmerfrei arbeiten. Dadurch können bei Digitalkameras dunkle Balken oder Helligkeitsschwankungen im Bild entstehen. Diese lassen sich später kaum oder gar nicht mehr entfernen.

Zum Glück war ich auf so eine Situation vorbereitet. Meine Nikon Z9 bietet eine Hochfrequenz-Flimmerreduzierung, mit der sich die Kamera auf die Frequenz der Bühnenbeleuchtung abstimmen lässt. Ich hatte einen guten Riecher, wählte die passende Einstellung – und konnte die Aufführung ohne störende Streifen fotografieren.

Normalerweise sage ich immer, dass man mit jeder Kamera schöne Bilder machen kann. Und dazu stehe ich auch heute noch. Ein gutes Bild entsteht nicht durch die Kamera, sondern durch den Menschen dahinter.

An diesem Abend gab es allerdings eine Ausnahme. Ohne die Möglichkeiten der Z9 hätte ich wahrscheinlich einen Teil der Bilder gar nicht so aufnehmen können, wie ich sie mir vorgestellt hatte. In genau solchen Situationen zeigt sich, warum professionelle Technik manchmal eben doch den entscheidenden Unterschied macht.

Genau solche Aufträge liebe ich.

Es sind die Aufträge, bei denen man mir freie Hand lässt und ich mich kreativ austoben kann.

Für mich geht es nicht darum, das technisch perfekte Bild zu machen. Es geht darum, Bilder zu schaffen, die etwas erzählen. Bilder, die eine Stimmung transportieren und Emotionen wecken.

Im besten Fall schaut sich jemand die Fotos an, obwohl er oder sie gar nicht dabei war, und sagt:

„Ich kann jeden Moment nachfühlen. Es fühlt sich an, als wäre ich selbst dort gewesen.“

Ob euch das beim Betrachten dieser Bilder genauso geht, überlasse ich euch.

Ich wollte euch einfach ein paar dieser Momente zeigen – so, wie ich sie an diesem Abend erlebt habe.

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