„Irgendwann vergessen sie einfach die Kamera.“

Wir reden, lachen und tauschen Geschichten aus, als würden wir uns schon seit Jahren kennen. Genau diese Momente faszinieren mich. Denn plötzlich entstehen Bilder, die nicht gestellt wirken, sondern echt.

Mit der Zeit werden die Menschen immer freier. Sie bringen eigene Ideen ein und fragen mich, ob sie bestimmte Dinge ausprobieren dürfen. Und genau das lasse ich zu.

Ich bin jedes Mal überrascht, wie natürlich alles wirkt. Nichts fühlt sich gespielt an. Es sind echte Momente — und genau so stelle ich mir die Bilder vor.
Sie lachen. Zumindest die meisten von ihnen.

Und ehrlich gesagt kann ich mir vorstellen, wie absurd ich manchmal auf der anderen Seite der Kamera aussehe, wie ich mit irgendwelchen Geräuschen versuche, den Moment festzuhalten, mit einem leisen: „Ja, ja, genau so …“, damit er nicht wieder verschwindet.
Aber sie lachen nicht über mich. Sie lachen aus Freude.
In dem Moment, in dem ich begann, einfach ich selbst zu sein, eröffnete sich für mich in der Fotografie eine vollkommen neue Welt.

Plötzlich konnte ich das, was ich fühle, auch in Bildern zeigen.
Und im Grunde ist es so einfach.
Jemand sagte einmal zu mir:
„Sei einfach du selbst, so wie du auch ohne Kamera bist. Dann werden die Menschen es ebenfalls sein.
So wie sie sonst auch sind, wenn keine Kamera auf sie gerichtet ist.
Bis heute weiß ich nicht, wie du es schaffst, dass Menschen sich in deiner Gegenwart so schnell öffnen und dir vertrauen. Aber vielleicht ist das Wie auch gar nicht wichtig.
Wichtig ist nur, dass du es sinnvoll nutzt.
Und ich bin überzeugt davon, dass es auch funktionieren wird, wenn du die Kamera in der Hand hältst.
Denn alles, was du brauchst, trägst du bereits in dir.
Aber du musst du selbst sein. Nur dann wird es gut.“
